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Walther von der Vogelweise da una miniatura
in D-HEu, Cod. Pal. germ. 848, f. 124r
[Codice Manesse (1300-40)]

Walther von der Vogelweide

Poeta austriaco (ca. 1170-1230), massimo esponente del Minnesang. Forse figlio di un funzionario imperiale ebbe educazione cavalleresca. Operò a Vienna (corte dei Babenberger), quindi presso Filippo di Svevia (figlio di Barbarossa e fratello dell'imperatore Enrico vi). Dopo il 1203 è di nuovo a Vienna, quindi presso Ermanno di Turingia e poi Ottone di Brunswick, di lì a poco imperatore (1209). Alla sua morte (1215) celebrò la politica del nuovo imperatore, già rivale di Ottone, Federico II, in netta contrapposizione con la chiesa di Roma (Innocenzo iii). Cantò la vi crociata (1228), quella di Federico, da cui ebbe un feudo a Würzburg.

Alrerst lebe ich mir werde (Palästinalied)
Di Walther sopravvivono un centinaio di canti: solo 8 con musica, di cui 2 adiastematica e non trascrivibile (D-Mbs: Clm 4660, e A-KR: cod. 127), e 3 di attribuzione dubbia (D-Mbs: Cgm 4997). I 3 restanti, fra cui il Palästinalied sono tutti nel frammento di Münster (D-MÜsa: VII 51). La tesi che vuole i Töne dei Minnesänger derivati dale melodie francesi (argomentata proprio a partire da Palästinalied, apparente contrafactum di Lanquan li jorn) non è sostenibile come mostra l'esempio:

Confronto fra la melodia (primi due versi) di Palästinalied e le tre versioni di Lanquan li jorn (dall'allto codd. X R W).

Il testo, che struttura ciascuna delle 13 strofe sulla tipica Barform (ogni strofa ha 7 ottonari ab|ab|ccc con rime bc tronche), immagina l'approdo in Terra Santa (non sappiamo se Walther abbia seguito Federico II nella VI crociata ma non è improbabile) come l'occasione per ripercorre nella prima metà la vita di Cristo (2: nascita, 3: battesimo, 4: passione, 5: morte, 6: resurrezione, 7: ascensione), l'incombenza del giudizio divino (8-9) e la speranza di salvezza (10-12). L'ultima strofa è un'excusatio all'anonima dedicataria per la povertà dei versi.

1970 | Early Music Consort
1991 | Corvus Corax
1995 | Qntal
1998 | Ensemble Perceval
2002 | Modo Antiquo
2002 | In extremo
2005 | Unto Ashes
Álrêrst lébe ich mir werde,
sît mîn sündic ouge siht
daz here lant und ouch die erde,
der man sô vil êren giht.
ez ist geschehen, des ich ie bat:
ích bin komen an die stat,
dâ got menischlîchen trat.
Nun erst lebe ich würdig,
seit mein sündiges Auge sieht
das reine Land und auch die Erde,
der man so viel der Ehren gibt.
Mir ist passiert, worum ich stets bat
ich bin an die Stätte gekommen,
wo Gott die Menschwerdung antrat.
[1.] Solo ora la mia vita è degna,
ora che ho visto da peccatore
la terra santa e i luoghi
che tanto onoriamo.
È successo quanto speravo:
sono andato nella città
dove Dio si è fatto uomo.
Schoeniu lant, rîch unde hêre,
swaz ich der noch hân gesehen,
sô bist dûs ir aller êre.
waz ist wunders hie geschehen!
daz ein magt ein kint gebar,
hêre über áller engel schar,
wáz daz niht ein wunder gar?
Schöne Länder, reich und herrlich,
was ich von solchen bis heute gesehen,
so bist du ihrer aller Krone.
Was für ein Wunder ist hier geschehen!
Daß eine Magt ein Kind gebar,
erhaben über aller Engel Schar,
war das nicht ein vollkommenes Wunder?
[2.] Belle terre, ricche e magnifiche,
molte ne ho viste fino ad oggi,
e tu ne sei il coronamento.
Che meraviglia è accaduta qui!
Se la Vergine ha dato alla luce un bimbo
sublime sopra la schiera di tutti gli angeli
non fu questo un vero miracolo?
Hie liez er sich reine toufen,
daz der mensche reine sî.
dô liez er sich hie verkoufen,
daz wir eigen wurden frî.
anders waeren wir verlorn.
wól dir, spér, kriuze únde dorn!
wê dir, heiden, dáz ist dir zorn!
Hier ließ er, der Reine sich taufen,
damit der Mensch rein sei.
Dann ließ er sich hier verkaufen,
damit wir Leibeigene frei würden.
Anderenfalls wären wir verloren.
Wohl Dir, Speer, Kreuz und Dorn!
Weh Dir, Heiden, das ist Dir ein Ärgernis!
[3.] Qui il Puro si fece battezzare,
perché l'uomo fosse puro.
Qui lasciò che lo vendessero
perché noi servi fossimo liberi:
diversamente saremmo perduti.
Tu [sarai] beato per la lancia, la croce e la spina;
per te, pagàno, saranno il tuo tormento.
Dô ér sich wolte über úns erbarmen,
dô leit er den grimmen tôt,
ér vil rîch über úns vil armen,
daz wir komen ûz der nôt.
daz in dô des niht verdrôz,
dâst ein wunder alze grôz,
aller wunder übergenôz.
Da er sich wollte unsrer erbarmen,
da erlitt er den grausamen Tod,
er, der Allmächtige, über uns so Armselige,
damit wir entkämen der Not.
Daß ihn das damals nicht verdroß,
das ist ein Wunder übergroß,
das aller Wunder, seinesgleichen nicht hat.
[4.] Là ci ha mossi a pietà
dove patì morte crudele,
lui, onnipotente rispetto alla nostra miseria,
perché scampassimo la perdizione.
Nella pena non si è lamentato:
grande meraviglia
che di tutti i miracoli non ha eguali.
Hinnen vuor der sun ze helle,
vón dem grábe dâ ínne lac.
des wás der vater ie geselle
únd der geist, den nieman mac
sunder scheiden, éz sî ein,
sleht und ebener danne ein zein,
als er Abrahâme erschein.
Von hier fuhr der Sohn zur Hölle,
von dem Grabe, darin er lag.
Dabei war stets des Vaters Beistand
und der Geist, den niemand kann
gesondert scheiden, es soll eins sein,
klar und weiter als ein Schein,
so wie er Abraham erschien.
[5.] Da qui il Figlio raggiunse l'Inferno,
dalla tomba ove giaceva,
sempre accanto al Padre
e allo Spirito, che nessuno poteva
dividere, che doveva essere uno,
chiaro ed eterno come un bagliore,
come apparve ad Abramo.
Dô ér den tuifel álsô geschande
daz nie keiser baz gestreit,
dô vuor ér her wíder ze lande.
dô huob sich der juden leit:
dáz er, hêrre, ir huote brach
und dáz man ín sît lebendig sach,
dén ir hant sluog unde stach.
Als er den Teufel dort geschunden,
wie nie ein Kaiser besser stritt,
da kam er wieder zum Land.
Da hob sich an der Juden Leid:
Daß der Herr ihre Bewachung brach
und daß man ihn dann lebend sah,
den ihre Hand schlug und stach.
[6.] Inflitta al Diavolo punizione terribile
(mai un sovrano patì maggior sconfitta)
ritornò su questa terra.
Da qui iniziò la sofferenza degli Ebrei:
poiché il Signore, scampato ai guardiani,
fu visto vivo da chi
l'aveva ucciso e trafitto di propria mano.
Da nâch was er in dem e lande
vierzic tage, dô vúor er dar,
dannen in sîn vater sande.
sînen geist, der uns bewar,
dén sant ér hin wider ze hant.
heilig ist daz selbe lant,
sîn náme, der íst vor got erkant.
Danach war er in dem Lande
vierzig Tage, dann fuhr er dorthin,
woher ihn sein Vater sandte.
Seinen Geist, der uns bewahre,
den sandte er gleich wieder her.
Heilig ist eben dieses Land,
sein Name, der ist vor Gott anerkannt.
[7.] Tornò sulla in terra
e quaranta giorni dopo, andato dove
lo aveva destinato il Padre,
il suo spirito, che ci protegge,
fu inviato quaggiù di nuovo.
E' veramente santa questa terra,
e il suo nome è noto a Dio.
In daz lant hât er gesprochen
einen angeslîchen tac,
dâ der weise wirt gerochen
und diu witwe klagen mac
und der arme den gewalt,
den man hât mit in gestalt.
wol im dort, der hie vergalt!
Auf das Land hat er gesprochen
einen schrecklichen Gerichtstag,
an dem der Waise wird gerächt
und die Witwe Klage erheben kann
und der Arme gegen die Gewalt,
die man ihnen angetan hat.
Wohl ihm dort, der hier vergilt!
[8.] In questa terra Egli ha promosso
il giudizio inesorabile:
l'orfano sarà vendicato,
ascoltato il lamento delle vedove
e dei poveri, contro le violenze
che furono fatte loro.
Là è benedetto chi fu buono quaggiù!
Únserre lántréhter tihten
fristet dâ niemannes klage,
wan er wíl dâ zé stunt rihten.
sô íst ez an dem lesten tage.
und swer deheine schulde hie lât
unverebent: wie der stât
dórt, dâ er pfánt noch bürgen hât.
Nicht wie unsere Landrichter täten
schiebt man da niemandes Klage auf,
denn er wird da sofort richten.
So wird es am letzten Tage sein.
Und wer irgendeine Schuld hier läßt
ungetilgt: Wie steht der da,
dort, da er weder Pfand noch Bürgen hat.
[9.] Non come i nostri giudici
che non ascoltano il lamento di nessuno,
Egli giudicherà immediatamente
quando verrà l'ultimo giorno.
E chi può condannare quaggiù
un peccatore che è tale
quaggiù, con nessuno che lo difende.
Ír lât iuch des niht verdriezen,
daz ich noch gesprochen hân?
sô wil ich die rede entsliezen
kurzwîlen und iuch wizzen lân,
swáz got wúnders hie noch lie,
mit der werlte ie begie,
daz huob sich dort und endet hie.
Ihr laßt euch dessen nicht verdrießen,
was ich bis jetzt gesprochen habe?
so will ich die Rede weiterführen
in Kürze - und euch wissen lassen,
was Gott an Wundern hier noch werden ließ
und für die Welt ins Werk gesetzt hat,
das hub dort an und wird hier enden.
[10.] Non lasciatevi affliggere
da queste mie parole.
Perché voglio continuare il discorso
brevemente, e farvi sapere,
cosa Dio farà di meraviglioso
e [cosa] nel mondo ha messo in opera,
cosa ha iniziato e [cosa] finirà.
Kristen, juden und die heiden
jehent, daz díz ir erbe sî.
gót, müeze éz ze rehte scheiden
durch die sîne namen drî.
al diu werlt, diu strîtet her:
wir sîn an der rehten ger.
reht ist, daz er uns gewer!
Christen, Juden und die Heiden
behaupten, daß dies ihr Erbe sei.
Gott müsse es zu Recht entscheiden
um seiner drei Wesenheiten willen.
Die ganze Welt, die streitet hierüber:
Wir sind an der rechten Seite.
Recht ist, daß er es uns gewähre!
[11.] Cristiani, Giudei e pagani,
affermano che ciò sia la loro eredità.
Dio dovrebbe decidere con giustizia
per amore delle tre tradizioni.
Il mondo intero litiga aspramente su ciò:
ma noi siamo dalla parte giusta,
ed è giusto che Egli ci salvi!
Mê dann hundert tûsent wunder
hie in disem lande sint,
dâ von ich niht mê besunder
kan gesagen als ein kint,
wan ein teil von unser ê.
swem des niht genúoge, der gê
zúo den júden, die ságent im mê.
Mehr denn hunderttausend Wunder
sind hier in diesem Lande,
davon ich nicht mehr im einzelnen
sagen kann als ein Kind,
außer einem Teil von unserem Recht.
Wem dies nicht genügt, der gehe
zu den Juden, die sagen ihm mehr.
[12.] Più di centomila cose incredibili
sono in queste terre:
io al riguardo non so
raccontare, come un bambino,
che una parte di quanto accade.
Se questo non vi basta, andate
dagli Ebrei, che ne sanno da più tempo.
Vrowe min, durch iuwer güete
nu vernemet mine clage,
daz ir durch iuwer hochgemüete
nicht erzuernet, waz ich sage.
Vil lihte daz ein tumber man
misseredet, als er wol kann.
daran solt ir iuch nicht keren an .
Meine Dame, durch eure Güte
vernehmt nun meine Klage,
damit ihr durch euer hohes Gemüt
von dem was ich sage nicht erzürnt.
Vielleicht, daß ein ungeschickter Mann
schlechter redet als er könnte
daran sollt ihr euch nicht stören.
[13.] Mia signora, con benevolenza
ascoltate la mia protesta,
così il vostro nobile spirito
non s'infastidirà per ciò che dico.
Del resto, un uomo semplice
che parla peggio di quanto è lecito
non può certo turbarvi.